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 Interview mit Isalie

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Architekt
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BeitragThema: Interview mit Isalie   16.02.15 0:06 © Architekt

Isalie: Am Lake Erie Dunkirk war das Interview mit Nellie Blair ausgemacht. Ich habe diesen Ort ausgewählt, weil ich hier am wenigsten abgelenkt werden kann. Sofern die Sonne sich nicht im See spiegelt und alles glitzert. Gut, dass es die so unglaublich zuverlässigen Wettervorhersagen gibt. Heute ist es also bewölkt und ich warte seit ungefähr dreizehn Minuten – mit dem Blick auf den See – auf Nellie. Dass der zweite Grund für diese Location der ist, dass ich erst Nessie anstatt Nellie verstanden habe, bleibt mein Geheimnis.

Nellie Blair: Gemütlich schlenderte ich auf der Promenade entlang und erkannte schon von weitem die brünette Wallemähne meiner heutigen Gesprächspartnerin. Ein Blick auf meine Uhr sagte mir, ich war nicht zu spät. Sie war zu früh. Wäre auch peinlich gewesen, wenn ich ein weiteres Mal zu spät gekommen wäre. Ich erhöhte das Tempo etwas und steuerte direkt auf sie zu.
„Hallo, Miss Laine. Da haben Sie sich aber ein äußerst schönes Plätzchen ausgesucht.“
Ich reichte ihr meine Hand und stellte mich noch einmal namentlich vor.

Isalie: Obwohl ich sie längst gehört habe, drehe ich mich erst zu ihr herum, als sie mich anspricht. Lächelnd nehme ich die mir dargebotene Hand entgegen, da ich aber dieses Schütteln schon immer gehasst habe, drücke ich sie mit aller Vorsicht. Nicht, dass ich ihr noch wehtue. Manchmal habe ich mich echt nicht im Griff.
„Nur Isa. Hallo, und das finde ich auch. Wie wär’s mit setzen, Ne..llie? Ich darf doch Nellie sagen?“

Nellie Blair: „Ja, natürlich…“, antwortete ich lachend. „…Miss Laine. Ich meine Isa.“
Ich setzte mich direkt neben sie auf die Bank und bewunderte kurz den sagenhaften Ausblick. Dieses Interview versprach wesentlich entspannter zu werden, als seine Vorgänger.
„Wollen wir starten oder brauchst du noch etwas Zeit?“

Isalie: Nellie hat ein angenehmes Lachen, nicht dieses Mädchengekicher unter den menschlichen Weibchen, das an meinen Nerven nagt.
„Ich bin bereit, wenn du es auch bist?“
Um sie ein wenig besser ansehen zu können und noch aus ganz anderen Gründen, setze ich mich leicht schräg zu ihr hin und warte auf ihre erste Frage.
„Nur zu, nur nicht schüchtern.“

Nellie Blair: „Alles klar.“
Mit einem Klick schaltete ich das Diktiergerät ein und platzierte es genau zwischen uns.
„Dann fangen wir an. Bist du die Lieblingsperson von jemandem?“

Isalie: Kurz schwenkt mein Blick zum Diktiergerät, aber ich hefte ihn sofort wieder zu Nellies Augen, als ich die erste Frage höre und muss lachen.
„Höchstwahrscheinlich. Jeder ist doch der Liebling von irgendwem. Bist du es von jemandem?“
Ich trommle im immerwährend gleichen Takt mit den Fingernägeln der linken Hand auf den Tisch.

Nellie Blair: Ein dezentes Lächeln legt sich um meine Mundwinkel, während ich auf meinen Fragekatalog schaue.
„Für ein Interview mit mir, musst du dich schon mit meiner Agentur auseinander setzen. Und so lange stelle ich einfach nur die Fragen.“ Mit einem Zwinkern unterstrich ich, dass es nicht böse zu verstehen sein sollte. Das Trommeln ihrer Fingernägel auf der hölzernen Oberfläche war noch im Bereich des Erträglichen. Wie es aber bei Frage dreißig um meinen Gemütszustand bestellt wäre, sollte sie es bis dahin durchziehen, konnte ich noch nicht genau ausmachen.
„An welche zwei Menschen denkst du in letzter Zeit häufig?“

Isalie: „Visitenkarte deiner Agentur?“
Ich strecke die freie Hand aus, um sie gegebenenfalls entgegen zu nehmen. Immerhin antworte ich auf die meisten Fragen mit einer Gegenfrage, da muss sie wohl durch. Hat keiner gesagt, dass sie antworten muss. Aber ich zwinkere ebenso, auch ich bin nicht immer ganz ernst zu nehmen. Glaube ich.
Die nächste Frage lässt mich stutzen, sogar den leisen Trommeltakt unterbrechen.
„Ich glaube, da gibt es wiederum niemanden. Weiter?“

Nellie Blair: Mein herzhaftes Lachen durchschnitt die warme Luft. Die Frau hatte ganz offensichtlich Humor. Und gerade deswegen ließ ich es mir nicht nehmen, ihr eine Visitenkarte von der Agentur zu geben, für die ich tätig war. Sollte sie sich mit meinem Chef auseinander setzen. Da würde sie ihre wahre Freude daran haben.
„Was kannst du deiner Meinung nach besser als die meisten deiner Freunde?“, fragte ich sie immer noch schmunzelnd.

Isalie: Die Karte verschwindet mit einem Grinsen in meiner Gesäßtasche.
„Hm... Jonglieren.“
Womit ist ja belanglos.

Nellie Blair: „Was machst du beruflich?“

Isalie: Jetzt bloß nichts Falsches sagen!
„Ich bin die meiste Zeit bei einem Juwelier tätig.“
Das kann man doch so sagen, oder?

Nellie Blair: Ich schirmte mit der Hand die Sonne ab, die gerade durch die Wolkendecke brach und es nun ziemlich gut mit uns meinte.
„Was wolltest du werden?“

Isalie: Mist. Mit der Sonne hatte ich heute nicht gerechnet. So viel zu der Zuverlässigkeit einer Wettervorhersage. Die ganzen Reflektionen lassen mich kurz anspannen, bevor ich die Frage von Nellie gedanklich noch mal rekapitulieren muss.
„Eine Schrottpresse... ich meine... „
Verflucht!
„Ich meine, ich wollte eine Schrottpresse auf dem Schrottplatz bedienen. Wolltest du immer in den Journalismus?“
Fein. Schön wieder Gegenfragen stellen.

Nellie Blair: „Warte auf die Zusage meines Chefs. Vorher kann und darf ich dir keine Fragen zu meiner Person beantworten. Aber netter Versuch“, grinste ich. „Warum bist du es nicht geworden?“

Isalie: „Ich hab's eben drauf.“, grinse ich zurück und antworte schnell.
„Männerdomäne. Kennst das ja anscheinend.“
Zwinkernd lasse ich meinen Blick kurz in den Himmel gleiten. Schon besser.

Nellie Blair: „Neben deinem aktuellen Beruf: Welche Tätigkeit beherrschst du so gut, dass man dich dafür  bezahlen würde?“

Isalie: „Schnelligkeit.“

Nellie Blair: „Welche ist deine wichtigste Charaktereigenschaft in Bezug auf deinen Beruf?“

Isalie: Nachdenklich wackle ich mit der Nase.
„Ich schätze Feinfühligkeit.“

Nellie Blair: Feinfühligkeit. Soso. Deswegen auch die Gegenfragen-Bomben.
„Kannst du dich besser mündlich oder schriftlich ausdrücken?“

Isalie: Ich grinse sie nur dümmlich an, ihr stehen die Gedanken ins Gesicht geschrieben.
„Ich bin mit dem Mund ziemlich begabt, wenn ich will.“
Die Ellbogen auf den Tisch gestützt verschränke ich die Finger ineinander, lege das Kinn darauf und wackle mit den Augenbrauen.

Nellie Blair: Okaaaaay. Das sollte ich jetzt absichtlich zweideutig verstehen.
„Wärest du gerne schlanker, beweglicher, ausdauernder oder kräftiger?“

Isalie: Ich hebe viel sagend eine meiner perfekten Augenbrauen.
„Niemals nicht. Und du?“
Bevor sie sich wiederholt, winke ich lächelnd ab. Schon klar. Stell der Journalistin keine Frage, sonst lyncht dich der wahrscheinlich an Blutgefässverstopfung leidende Chief.

Nellie Blair: Oh, sie hatte das Spiel ganz offensichtlich verstanden. Fast war ich in Versuchung zu applaudieren, aber das würde meine Professionalität mächtig in Frage stellen. Also belohnte ich es lediglich mit einem leichten Kräuseln meiner Lippen und fuhr fort.
„Deine Lieblingsmedizin?“

Isalie: „Tiffanys. Diamonds are a girl's best friend. Marylin war eine kluge Frau, findest du nicht?“

Nellie Blair: “So klug scheinbar auch wieder nicht, sonst würde sie noch unter uns verweilen. Etwas, wonach du süchtig bist?“

Isalie: „Erwischt! Du hast geantwortet!“
Zwinkernd muss ich auch dieses Mal nicht lange nachdenken.
„Glanz.“

Nellie Blair: Och, das war lediglich eine Meinungsäußerung. Und zu der lasse ich mich schon hin und wieder hinreißen.“, antwortete ich freundlich.
„Ein Geruch aus deiner Kindheit.“

Isalie: Mir entfährt ein kehliges Lachen. Hinreißend wie sie sich hat hinreißen lassen.
„Hmm, schwierig.“
Ich tippe mir lächelnd an die Schläfe.
„Ich hatte da ein kleines Problem mit dem Erinnerungsvermögen. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass es derselbe war, der es heute noch ist. Der Duft, den ein aufgeladener Himmel verbreitet, bevor ein Blitz durch die Wolken bricht. Kennst du den?“
Durch die Emotionen der nicht greifbaren Erinnerungen lädt sich tatsächlich die Luft elektrisch auf, obwohl die vermaledeite Sonne weiter scheint.

Nellie Blair: Der Duft, den ein aufgeladener Himmel verbreitet, bevor ein Blitz durch die Wolken bricht? Grundgütiger, was traf ich denn für Leute? Erst eine, bei der ich permanent das Gefühl hatte, sie verarscht mich. Dann zwei, die die Zähne nicht auseinander bekamen und nun eine, die wohl gerne mit Halluzinogenen experimentierte. Dass New York voll von Freaks war, das war allgemein bekannt, aber musste ausgerechnet ich alle gebündelt abbekommen?
„Äh, nein.“, antwortete ich dementsprechend ungläubig.
„Welches ist der Lieblingsplatz in deiner Wohnung?“
Urplötzlich drängelten meine Körperhaare auf den Unterarmen um Stehplätze. Ich schob es darauf, dass es nicht gerade übermäßig warm war, trotz Sonne.

Isalie: Kurz lege ich meinen Kopf schräg, als Nellie so schaudert. Ich war gerade abgelenkt und habe nicht mehr alles mitbekommen. Die Frage aber schon.
„Vor dem TV.“

Nellie Blair: „Zwei Komplimente, die du oft hörst.”
Ich hätte mir eine Jacke mitnehmen sollen.

Isalie: „Schneller und kräftiger als ich aussehe!?“
Upps. Na ja, das gilt nicht als Frage.

Nellie Blair: „Welches bedeutet dir mehr?“

Isalie: „Schneller.“, antworte ich mit den Brauen wackelnd.

Nellie Blair: „Bist du bei deinen Arbeitskollegen beliebt?“

Isalie: Ich gebe ein zischendes Geräusch von mir und rümpfe die Nase, während ich den Kopf schüttle.
„Eher weniger.“

Nellie Blair: Für einen winzigen Moment erschreckte ich mich bei ihrem plötzlichen Laut. Aber wenigstens lenkte es erfolgreich von meiner Gänsehaut ab, die sich allmählich wieder zurückzog.
„Was kannst du aktuell am meisten gebrauchen: Ausdauer, Ruhe, Mut, Fantasie?“

Isalie: „Ausdauer.“

Nellie Blair: „Worin unterscheidet sich dein heutiger bester Freund von dem aus deiner Kindheit?“

Isalie: „Liebes Diktiergerät, ich tippe mir erneut gegen die Schläfe.“
Was ich tatsächlich mache.
„Immer noch Gedächtnisverlust. Nächste Frage, bitte?“

Nellie Blair: „Oh, OK, das tut mir leid. Ich hatte ja keine Ahnung. Willst du dennoch weiter machen? Sind auch nicht mehr viele Fragen.“

Isalie: Scheinbar liebevoll und beschwichtig lächelnd tätschle ich ihr Handgelenk und Zack, ihre hübsch reflektierende Armbanduhr gehört mir, ohne dass sie etwas davon merkt.
„Natürlich. Liebend gerne.“

Nellie Blair: „OK. Wovon hast du überhaupt keine Ahnung?“
Oh Gott, diese Frage hätte ich besser nicht stellen sollen. Sie litt an Gedächtnisverlust und ich fragte sie, wovon sie keine Ahnung hätte. Sehr sensibel und mitfühlend von mir.

Isalie: Grinsend tippe ich mir gegen die Lippen.
„Man könnte meinen, das sollte ich auch nicht wissen, hm? Aber ich kann dir sagen, Nellie.“
Ich mache eine bedeutungsschwere Pause.
„Von Büchern habe ich keinen blassen Schimmer. Ist dir schon mal aufgefallen, über wie viel Mist geschrieben wird? Physik. Wie bringe ich Babykotze aus meiner Kleidung raus. Fahrradfahren für Dummies. Krass, oder?“

Nellie Blair: Puh, zum Glück nahm sie es mit Humor und meine Befürchtungen waren unbegründet. Was man auch deutlich an ihrer Antwort sehen konnte, die mich wieder einmal herzhaft lachen lies.
„Es gibt ein Buch, das über das Fahrradfahren von Dummies berichtet? Ähm, das war jetzt nicht die Frage, die jetzt eigentlich auf meiner Liste steht. Die lautet: Was würdest du gerne erlernen?“

Isalie: In ihr Lachen einstimmend hebe ich ahnungslos eine Schulter.
„Wenn ja, dann würde ich es lesen. Denn dann könnte ich gleich deine Frage beantwortend, Fahrradfahren erlernen.“

Nellie Blair: „Ich verstehe. Eine Person, die du gern besser kennen lernen würdest.“
Ich hatte Schwierigkeiten mir das Lachen zu verkneifen, was man auch deutlich an meiner Stimme hörte. Die immer mal wieder wegbrach.

Isalie: „Ja, lach ruhig. Aber diese Blechmonster sind nicht so einfach zu handhaben. Da bin ich ja zu Fuß schneller!“
Natürlich breche ich beinahe selbst in Gelächter aus, versuche aber zu antworten.
„Ich schätze, nicht das ich wüsste.“, meine ich achselzuckend und mit einer multikulturellen Geste eines sich neben der Schläfe drehenden Fingers, an mein Apfelmus-Hirn erinnernd.

Nellie Blair: „Eine Person, bei der du dich entschuldigen müsstest, fällt dann vermutlich auch flach oder?“

Isalie: „Tut mir leid?“

Nellie Blair: „Schon in Ordnung. Ich traue mich fast gar nicht zu fragen. Eine Person, der du vertraust und auf die du stolz bist?“

Isalie: Schade, dass ich ihr nicht die Ohren tätscheln kann. Das käme ein wenig schräg rüber.
„Nun ja, da ich sonst niemanden weiß. Zähle ich selbst auch?“

Nellie Blair: „Natürlich. Eine Reise, die dich verändert hat.“

Isalie: Ich mache ein Geräusch wie ein prustendes Pferd, bis mir dann doch noch etwas einfällt.
„Jupp. Die, während der Rush Hour durch die Mall.“

Nellie Blair: „Davon kann ich auch ein Lied singen. Mit zwölf Strophen. Welche Art Mann steht typischerweise auf dich?“

Isalie: Die Frau gefällt mir wirklich. Fast kriege ich ein schlechtes Gewissen. Aber eben nur fast.
„Bis jetzt nur die falschen und somit gleich wieder abgehakt. Ich suche ganz kitschig den einen.“, seufze ich.

Nellie Blair: „Ja, wer sucht den nicht?“, nuschle ich vor mich hin und sehe dabei auf meine Unterlagen hinunter.
„Auf wen stehst du?“

Isalie: Gehört die Frage nun dazu? Ich beantworte einfach nur letztere.
„Riesige, langhaarige, breitschultrige...Türsteher.“
Oder so etwas in der Art.

Nellie Blair: „Da könnte ich dir vermutlich einen vorstellen, aber der würde dich sicherlich zu Tode schweigen. Vorletzte Frage. Ein Wort, das dein Sexleben beschreibt?“

Isalie: „Macht nichts. Wie erwähnt, bin ich mündlich ganz gut.“
Ich lächle sie süffisant an. Meiner Antwort wegen sowie und auch wegen ihrer Frage.
„Glänzend.“ Nicht annähernd.....

Nellie Blair: Den gestrigen Berg von Mann könnte sie vermutlich nicht mal damit großartig zum Reden bringen.
„Letzte Frage. Oder eigentlich sind es zwei in einer. Ist gerade die beste Zeit deines Lebens? Wenn ja, warum? Wenn nicht, ebenfalls warum?“

Isalie: Erneut ahnungslos mit den Schultern zuckend drehe ich meine Handflächen nach oben und spreize die Finger.
„Da ich keinen Schimmer habe, wie es vorher war, schätze ich, dass jetzt meine Zeit ist. Die beste oder nicht, wird sich bestimmt zeigen.“

Nellie Blair: „Und warum?“

Isalie: „Weil ich mich so langsam an meine Vergangenheit und meine Erinnerungen herantaste.“

Nellie Blair: Langsam klappte ich meine Unterlagen zu und steckte alles in meine Tasche. Dabei sah ich ihr ins Gesicht und legte den Kopf leicht seitlich.
„Ich wünsche dir dabei viel Glück und vor allem das Beste. Auf das du auf all deine Fragen schnellstmöglich eine Antwort erhältst.“

Isalie: Warm lächelnd erwidere ich ihren Blick.
„Ich wünsche dir auch das Beste und auf das du nicht zu vielen Betrügern ins Netz gehst.“
Ich triefe vor Sarkasmus, was aber die Sympathie zu der Journalistin ganz sicher nicht unter den Scheffel stellt. Freundlich reiche ich ihr die Hand zum Abschied. Dass dabei ihre Uhr nun mein Handgelenk schmückt, fällt ihr nicht auf. Es fällt nie jemandem auf. Bis ich weg bin und dann ist es längst zu spät, immerhin bin ich viel zu schnell.
„Vielleicht sieht man sich wieder, falls dein Boss meine flehende Bitte erhört.“
Wobei ich darauf nicht wetten würde, ich habe sie bestohlen und ich liefere mich niemals selbst aus.
„Mach's gut Nellie.“
Ich stehe schon und gehe einige Schritte.
„Ach ja und vielen Dank auch dir für alles.“
Bevor sie das nächste Mal aufsieht bin ich bereits verschwunden.

Nellie Blair: Eben wollte ich noch fragen, wofür sie sich bei mir bedankte, doch weit und breit war keine Isalie mehr zu sehen. Ich drehte mich um die eigene Achse und suchte alles ab. Doch Fehlanzeige. Sie war weg. Als wäre sie vom Erdboden verschluckt worden. Freaks, alles Freaks, ging es mir durch den Kopf. Beherzt schnappte ich mir meine Tasche, warf sie mir über die Schulter und hob meinen Arm, um nach der Uhrzeit zu sehen. Doch anstelle der Uhr, die ein Erbstück meiner geliebten Granny war, offerierte sich mir mein blankes Handgelenk. Entsetzt über diesen Verlust suchte ich großflächig die nähere Umgebung ab. Aber ohne Erfolg. Ich war mir nicht mal sicher, ob ich sie verloren hatte oder sie mir gestohlen wurde. Obwohl mir Letzteres sicherlich aufgefallen wäre. Im Grunde war es aber auch vollkommen egal. Sie war verschwunden. Die Uhr, das letzte Geschenk meiner verstorbenen Großmutter, war verschwunden. Mit Tränen in den Augen machte ich mich auf den Heimweg, Aber immer den Blick auf den Asphalt gerichtet. In der Hoffnung, dass die Uhr dort irgendwo lag.
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