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 Interview mit Keegan

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Architekt
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BeitragThema: Interview mit Keegan   12.03.15 22:41 © Architekt

Nellie Blair: Dachte ich ernsthaft, ich hatte die letzten Male seltsame Typen getroffen? Mein Gesprächspartner heute wollte sich doch tatsächlich mit mir in einem Stripteaseclub treffen. Erst dachte ich, er wollte mich auf den Arm nehmen, aber dieser Mann meinte es vollkommen ernst und tat dazu noch, als wäre das ein völlig normaler Ort für ein Interview. Mens Factory hieß der Club. Na, wenn der Name mal nicht Programm war. Dementsprechend ging ich mit extrem gemischten Gefühlen aus dem Haus und stand nun direkt vor der riesigen Leuchtreklame dieses Etablissement. Unsicher sah ich mich nach allen Seiten um und schloss den oberen Knopf meiner weißen Bluse, bevor ich den Club betrat. Vielleicht hätte ich mich etwas legerer kleiden sollen und nicht unbedingt im Sekretärinnenstil hier aufkreuzen. In diesem schwarzen, engen, knielangen Rock, konnte man sich ohnehin nur bedingt bewegen. Von den Highheels mal ganz abgesehen. Verdammt, nun war es zu spät für einen Rückzieher.

„Ach komm, Nellie, das machst du doch mit links und vierzig Grad Fieber.“, murmelte ich leise vor mich hin, um mir selbst Mut zuzusprechen.

Der Türsteher musterte mich von oben bis unten und wies mich an stehen zu bleiben.

„Ich bin hier verabredet. Ich habe einen Termin.“, erwiderte ich leicht ungehalten.

Mir wurde mitgeteilt, dass ich warten sollte. Kurz darauf kam der Mann, Marke Bulldogge, wieder zurück und gab mir Kaugummi kauend und mit einem Kopfwink zu verstehen, dass ich eintreten durfte. Daraufhin bedankte ich mich knurrig und betrat die Höhle des Löwen. Ein Schwall von den unterschiedlichsten Gerüchen kam mir entgegen und verschlug mir fast den Atem. Zum Glück war es noch recht früh am Abend, so dass der Laden noch recht  - unbemannt – war. Zielstrebig stöckelte ich auf den Barbereich zu, wo mir umgehend ein Kerl Mitte vierzig im Seidenhemd und Goldkettchen entgegen trat.

„Na, da ist ja die Neue.“, warf er mir umgehend entgegen. „Aaaaah, der Schuldirektorinnen-Look. Das gefällt dem Barny. Dreh dich mal und öffne deine Haare.“

Fassungslos starrte ich dieses schwitzende Etwas an.

„Entschuldigen Sie, wie bitte?“

„Du sollst dich drehen, man. Damit ich mir mal deinen Arsch angucken kann. Schließlich wird hier für so was bezahlt. Mit deinen Möpsen wirst du vermutlich nicht viel einbringen, wenn ich das so sehe.“

Ich war nun wirklich nicht prüde, aber bei seinen Worten schoss mir schlagartig die Schamröte ins Gesicht und aus Reflex kontrollierte ich den obersten Knopf meiner Bluse, ob er auch wirklich geschlossen war.

„Ich darf doch wohl sehr bitten, ja?“, entgegnete ich brüsk.

Keegan: Schon seit einer geraumen Zeit hatte ich es mir in der Mens Factory gut gehen lassen. Obwohl der eigentliche Grund heute hier zu sein, war, dass ich tatsächlich interviewt werden sollte. Zuerst fühlte sich mein Ego schon mehr oder weniger angegriffen. Immerhin gab es eine Zeit, in der mein Ruf über die weitesten Lande getragen wurde. Und heute? Heute musste ich tatsächlich einer „Reporterin“ erklären wer ich war? Bei Odin! Ich vermisste die gute alte Zeit, in der mir ein tiefes Grunzen bereits den nötigen Respekt gedeihen ließ. Wenigstens funktionierte hier in meinem Stammclub noch die Variante: - Geh vor mir auf die Knie, sobald sich meine Augenbraue ansatzweise anhebt -. Dass ich dafür meist bezahlte, ließ ich jetzt mal außen vor. Nun saß ich, mit auf der Rückenlehne ausgebreiteten Armen, in meiner VIP Lounge und wartete auf diese „Reporterin“, deren Name ich schon wieder vergessen hatte. Ich konnte mir ja schlecht alle Frauennamen merken. Da kam auch schon Leben in die Bude, als der Boss „die Neue“ in Empfang nehmen wollte. Amüsiert lehnte ich mich nach vorne und stützte die Unterarme auf die Oberschenkel, um die Show auch bloß nicht zu verpassen. Ich stieß ein tiefes, belustigtes Grunzen aus, rieb mir aber sofort über den Mund, weil dieses Püppchen mindestens fünfzehn verschiedene Rotschattierungen auf ihren Wangen zum Besten gab, während Barny sie schon beinahe zur Probe an die Stange führte. Das war nun wahrscheinlich mein Auftritt. Ich erhob mich schwerfällig, bedeutete Lucy noch kurz auf mich zu warten und machte mich mit schweren Schritten auf zur Bar. Die Kleine ließ ich selbst dann nicht aus den Augen, als meine Pranke auf der Schulter vom Boss landete.

„Das Täubchen gehört zu mir, Barny.“, brummte ich tief und machte keinen Hehl daraus die Kleine abzuchecken.

„Du schaffst Mädchen aus einem anderen Club hierher?“

Ohne das zu verneinen oder sonderlich beeindruckt zu sein hob ich bloß eine Schulter. Ich war Stammkunde und brachte dem Kerl einige Mücken. Er wusste, entweder gab er seine Einwilligung und verzupfte sich oder ich tat das mit Missy im Schlepptau.

„Komm mit Täubchen, ich hab noch 'n Date.“, erklärte ich ihr kurz angebunden und stolzierte auch schon wieder zurück zu meiner Lounge. Sie würde mir schon folgen, das taten sie immer.

Nellie Blair: Mehrmals erhob ich die Hand und versuchte irgendwie zu Wort zu kommen, während sich die Herren der Schöpfung über mich unterhielten, als wäre ich überhaupt nicht anwesend. Sah ich aus wie eine verdammte Stripteasetänzerin? Und was hatte der alternde Clubbesitzer eigentlich für ein Problem mit meiner Oberweite? Die war wenigstens echt. Was für ein Desaster. Und das für die paar Kröten, die es in dem Job gab. Meine Laune war am Boden und so murmelte ich ein – Arschloch – in die Richtung von Horny-Barny und folgte dem nicht weniger sexistischen Kerl mit den ellenlangen, blonden Haaren, der mich eben noch mit seinen Blicken auszog. In dem Separee angekommen, musste ich feststellen, dass wir nicht alleine waren. Eine Blondine mit üppiger Oberweite, Silikon versteht sich, und mit einem Hauch von Nichts bekleidet rekelte sich direkt auf dem Tisch. Was für ein Alptraum, dachte ich.

„Wir können das Ganze auch verschieben oder ganz sein lassen, wenn Sie beschäftigt sind.“

Letzteres war mir beinahe willkommener, denn auf weitere Demütigungen legte ich nun nicht sonderlich wert.

„Und mein Name ist weder Täubchen noch Mäuschen oder Schätzchen oder was Sie sonst noch so im Repertoire haben. Wenn wir uns also halbwegs verstehen sollen, müssen Sie sich schon mit Miss Blair zufrieden geben.“

Dem würde ich sicherlich nicht das Du anbieten.

Keegan: Mit erhobener Augenbraue wandte ich mich ihr nur so weit zu, dass sie meinen spöttischen Blick sehen konnte.

„Schon mal Blair Witch Project gesehen, Missy? Du erinnerst mich weit entfernt daran.“

Als ob ich diesen Humbug geschaut hätte, es entsprach absolut nicht der Wahrheit. Hexen lockten ihre Opfer doch nicht heimlich in ein Waldstück. Sie würden es wahrscheinlich noch publizieren, damit jeder wusste wer für den Spuk verantwortlich war. Berechnende Weibsbilder. Ob „Miss Blair“ auch Hexenblut in sich trug? Nichtsdestotrotz ging ich an dem Tisch vorbei und setzte mich auf die eigens von mir eingesessene Couch. Mit einem überlegenen Grinsen klopfte ich auf das Polster dicht neben meinem Schenkel.

„Du hast mich angerufen, nicht ich dich. Abgesehen davon, wird meine Beschäftigung diesbezüglich nie weniger, also bringen wir es hinter uns.“, säuselte ich und ließ meine Augenbrauen hüpfen.

Nellie Blair: Was für ein selten selbst verliebter Kerl. Aber er hatte Recht. Ich hatte ihn um ein Interview gebeten. Wofür ich mich bereits genug hasste. Trotzig setzte ich mich ihm genau gegenüber. Der Gedanke in seiner unmittelbaren Nähe verweilen zu müssen, verpasste mir einen Schauer. Immer wieder redete ich mir ein, dass es nur dreißig Fragen waren. Nicht mehr und nicht weniger.

„Ja, ein verdammt schlechter Film.“

Dass ich mir bei diesem Horrostreifen fast ins Höschen gemacht hätte, musste er nicht wissen.

„Können wir anfangen?“, fragte ich ihn über den nackten Hintern der weiblichen Tischdeko hinweg.

Keegan: Die Trotzreaktion des Püppchens ließ mich ein kurzes raues Lachen ausstoßen. Zu köstlich die Kleine. Aber so machte ich es mir, wie vor ihrer Ankunft, mit auf der Lehne ausgebreiteten Armen und breitbeinig gemütlich. Mein Mundwinkel hob sich und ich nickte fürstlich.

„Ich bitte darum.“

Die königliche Geste mit der Hand unterließ ich jedoch, da Missy angesäuert genug wirkte. Tatsache war, ich war insgeheim doch neugierig auf ihre Fragen. Das wirkte aber keinesfalls so weil mein Augenmerk auf Leslie, Lulu, Lucy…wie auch immer, gerichtet war.

Nellie Blair: Und während sich die fleischliche Dekoration aufreizend hin und her bewegte und mir einiges an Konzentration stahl, packte ich meine Utensilien aus und suchte irgendwo ein freies Plätzchen auf dem Tisch. Den gab es aber nicht, weil Plastikbarbie ihre langen Beine erstaunlicherweise überall hatte. Gütiger Gott, sie musste komplett aus Silikon sein, so wie sie sich verbiegen konnte. Das tat einem ja schon beim Hingucken weh.

„Miss, entschuldigen Sie…könnten Sie vielleicht…egal.“

Ich behielt meinen Kram einfach auf meinem Schoß und das Diktiergerät in meiner Hand.

„Dann fangen wir an. Sind Sie die Lieblingsperson von jemandem?“

Von dem rekelndem Blondlöckchen vor mir mit Sicherheit, schoss es mir als erstes durch den Kopf.

Keegan: Eben lag mein beobachtender Blick mit zur Seite gelegtem Kopf noch zwischen Blondie's Schenkeln, um an ihrem Körper hoch zu wandern, als ich Missy etwas abgehackt um Verzeihung bitten hörte und so ruckte mein Kopf wieder hoch. Ich musterte sie auf's Neue und grunzte amüsiert bei ihrer Frage. Ich musste auch nicht antworten. Lola übernahm das für mich.

„Oh ja, das ist er. Aber er ist ja groß genug für uns alle, Süße.“

Ergeben hob ich die Handflächen mit gespreizten Fingern und zuckte mit den Schultern. Das konnte ich nicht abstreiten.

„So sieht's aus, Täubchen.“, schnurrte ich. Ihren Namen hatte ich auch schon wieder vergessen.

Nellie Blair: Fast war ich in Versuchung den Finger in den Hals zu stecken und ein Übergeben anzudeuten. Aber ich war professionell genug, um das als eine gewöhnliche Antwort hinzunehmen. Ohne auf Pinky und Brain zu achten stellte ich ruhig meine nächste Frage.

„An welche zwei Menschen denken Sie in letzter Zeit häufig?“

Keegan: Eben hatte ich noch ein ziemlich dreckiges Grinsen im Gesicht, bevor ich bei der nächsten Frage nachdenklich die Augenbrauen zusammenzog. Wie ein Pfeil schoss meine Hand vor und ich deutete auf die Reporterin, um meine Antwort zu unterstreichen, aber ich ließ sie wieder sinken, um weiter nachzudenken. Meinen Blick starr auf die künstlichen Wölbungen von Lisa gerichtet.

„Hmmmm ...“

…Zur Hölle! Wie hießen die beiden noch mal…

„HA! Biggie und Boobie! Die Ladies mit den Schlangenkörpern.“, antwortete ich überzeugt.

Wobei die Mädels ganz sicher nicht so hießen. Egal, ich hob die Hand und lockte Leyla mit gekrümmtem Finger näher zu mir.

Nellie Blair: …Noch achtundzwanzig Fragen. Es sind nur noch achtundzwanzig Fragen…., redete ich mir fortwährend ein und beachtete das Spielchen zwischen den beiden überhaupt nicht. Stattdessen schlug ich ein Bein über das andere und ließ es im Peggy Bundy-Stil wippen.

„Was können Sie Ihrer Meinung nach besser als die meisten Ihrer Freunde?“

…Ich fresse einen meiner Pumps, wenn er jetzt sagt…alles…

Keegan: Ihr wippendes Bein zog meine Aufmerksamkeit auf sich. Ich hob die rechte Augenbraue und den linken Mundwinkel, als mir so viele Möglichkeiten durch den Kopf schossen, wie ich dieses Bein sinnvoller beschäftigen könnte. Optional auf meiner Schulter baumelnd. Leider hatte sie tatsächlich eine Hühnerbrust und fiel nicht in mein Beuteschema. Dass sie womöglich einfach zu clever war, würde ich noch nicht einmal gegenüber mir selbst zugeben.

„Göttergleich aussehen. Nein warte! Einfach Alles.“

Tatsachen ließen sich einfach nicht leugnen. Lachend schlug ich auf Lana's Hintern, den sie mir bei meinem persönlichen Lapdance entgegen reckte.

Nellie Blair: …Adieu Schuh. Wir hatten eine schöne Zeit…

Ich schreckte auf, als ein Klatschen von den Wänden widerhallte und verdrehte gelangweilt die Augen, als ich feststellte, woher das kam. Diese Frau war eine Schande für die gesamte Frauenwelt. Wie konnte man sich nur so derartig vor einem Mann erniedrigen. Machte sie das wirklich, weil es ihr Spaß machte oder wegen des Geldes? Aber was machte ich denn gerade wegen des Geldes? War ich denn so viel besser als Pinky?

„Was machen Sie beruflich?“

Keegan: Sie fragte nach meinem Beruf. Ich schob Leni an den Hüften ein wenig beiseite und hob viel sagend eine Augenbraue. Ich hasste es mich wiederholen zu müssen. Aber da sie mich ungeheuerlicher Weise nicht zu kennen schien, verzieh ich ihr das dieses eine Mal.

„Alles. Aber meine Leidenschaft gilt der Gabe die schönsten Töne zu entlocken.“

Erneut ließ ich die Augenbrauen hüpfen. Sie hatte ja keine Ahnung wem und was man alles diverse Töne entlocken konnte. Ich würde einiges geben für ein empörtes Schnauben. Oder auch ein neuer Rotton auf ihren Wangen.

Nellie Blair: Oh ja, wie ich Egomanen doch liebte. Während der selbsternannte sexiest man of live nur so vor Selbstdarstellung strotzte, malte ich gelangweilt Blümchen und Kreise auf meinen Block und seufzte leicht bei dem Gedanken mir nachher ein schönes ausgiebiges Bad zu gönnen. Moment, Mist…hatte er die Frage bereits beantwortet? Ich hatte nicht zugehört. Um mir meine Unaufmerksamkeit nicht anmerken zu lassen ließ ich ein kurzes „Aha“ verlauten und ging umgehend zur nächsten Frage über.

„Was wollten Sie werden?“

…Außer ein ausgereiftes Arschloch?...

Keegan: Ihr „Aha“ kam reichlich verspätet. Das hieß wohl, ihr gefiel das hier so sehr wie mir. Was das Ganze jetzt ein wenig interessanter gestaltete. Ich schob Lorna mit einem süffisanten Schmunzeln von mir und deutete ihr, sich um unseren Gast zu kümmern. Wollen wir doch mal sehen, wie sehr sie bei der Sache ist. Gespannt rieb ich mir mit dem Daumen über die Unterlippe, dabei dachte ich aber ernsthaft über ihre Frage nach.

…Im Prinzip ging es immer nur um's Überleben ... Ich töte um nicht getötet zu werden. Hmm ...

Ich begab mich in die Denkerpose und suchte einen Begriff, der dies am Besten beschrieb und doch nichts verraten würde. Dann richtete ich mich prompt wieder auf.

„Leichenbestatter.“, murmelte ich, wobei es das schon traf. Obwohl wir selten jemanden bestattet hatten. Was auch die gefährlichen Seuchen wie Typhus, Pest, Cholera, Tuberkulose, Milzbrand, Grippe oder Pocken erklärte. In dieser Zeit starb so gut wie keiner einzig und allein durch das Schwert. Na ja, vielleicht wäre Schlächter oder auch ‚Gigolo’ noch besser gewesen.

Nellie Blair: “ Warum sind Sie es nicht geworden?“, murmelte ich geistesabwesend und schreckte in dem Moment hoch, wo ein manikürter Fingernagel über meine Wange strich.

„Wow wow wow wow wow.“

Mit angespanntem Oberkörper rutschte ich so gut es ging von der Tänzerin weg, die sich gerade mir zuwandte und deutete mit dem Finger auf den Sexist mir gegenüber.

„Er ist derjenige, der Sie dafür bezahlt, um seine niederen Gelüste zu befriedigen. Also bitte ich Sie inständig Ihre Finger von mir zu lassen und sich ihrem Sponsor zu widmen.“

Keegan: …Drei ... Zwei ... Eins ... BINGO!...

Püppchen wurde überrumpelt und ich amüsierte mich prächtig.

„Wer sagt denn, dass meine niederen Gelüste nicht gerade ausreichend befriedigt werden, Täubchen?“

Aber ich lehnte mich selbstgefällig zurück und beobachtete die Show vor mir.

„Prioritäten ändern sich oft schneller als man es sich wünscht.“

Nellie Blair: Hörbar atmete ich ein und wieder aus. Nein, ich würde ihn jetzt nicht schon wieder darauf hinweisen, dass mein Name nicht Täubchen war. Zumal er das ohnehin wusste und sich nichts anderes als einen Spaß daraus machte.

„Neben Ihrem aktuellen Beruf: Welche Tätigkeit beherrschen Sie so gut, dass man Sie     dafür bezahlen würde?“

Keegan: „Musik.“

Meine Antwort war knapp und wahrscheinlich war das einer meiner ernsteren Momente, in denen ich weder herum flachste noch mit Anzüglichkeiten um mich warf.

Nellie Blair: Hörte ich da etwa eine gewisse Ernsthaftigkeit heraus oder war das nur der Wunsch der Vater des Gedanken? Ach, und selbst wenn dem so gewesen wäre, hätte das jetzt den Kohl auch nicht mehr fett gemacht. Das Kind war bereits in den Brunnen gefallen.

„Welche ist Ihre wichtigste Charaktereigenschaft in Bezug auf Ihren Beruf?“

Keegan: Leo war dazu übergangen mit sich selbst zu tanzen. Und das mit einer Leidenschaft die seinesgleichen suchte. Stirn runzelnd sah ich ihr dabei zu und antworte fast automatisch.

„Leidenschaft, Risikobereitschaft, manchmal tollwütiger Zorn, aber um die eigentliche Frage zu beantworten ... Standhaftigkeit.“  

…Denk ich jedenfalls mal…

Nellie Blair: So sehr sich Plastikbarbie auch gut bewegen konnte und das konnte sie verdammt noch mal richtig gut, so sehr nervte mich das allerdings. Außerdem war es hier drin mächtig warm, aber niemals würde ich auch nur einen einzigen Knopf meiner Bluse öffnen. Nicht hier. Nicht vor ihm.

„Können Sie sich besser mündlich oder schriftlich ausdrücken?“

Keegan: Vorbei war es mit der Ernsthaftigkeit, willkommen zurück Anzüglichkeiten. Mich selbst mit einem Nicken bestätigend, leckte ich mir über die Lippen und legte den Kopf zur Seite. „Mündlich, mein Täubchen.“, raunte ich verheißungsvoll und ließ gewohnt die Augenbrauen hüpfen.

Nellie Blair: Jetzt konnte ich mir ein gespieltes Gähnen beim besten Willen nicht mehr verkneifen. Hielt mir aber ladylike den Handrücken vor den Mund und entschuldigte mich vielmals bei meinem Interviewpartner. Auch wenn das eine glatte Lüge gewesen ist.

„Wären Sie gerne schlanker, beweglicher, ausdauernder oder kräftiger?“

Keegan: Nach ihrer tiefschürfenden Geste fasste ich mir mit beiden Händen theatralisch an die Brust. Das verletzte mein Ego nun aber schon. Sah dann aber prüfend an mir herunter und schüttelte langsam den Kopf, währenddessen ich ihn wieder anhob.

„Nicht im Mindesten!“

Dann nahm ich ‚Miss Zugeknöpft’ noch einmal genauer unter die Lupe. Es brannte mir auf den Lippen etwas zu ihrer Statur zu sagen, aber ich befürchtete, dass sie ihre Pumps zu gebrauchen wusste.

Nellie Blair: “Natürlich nicht.”, nuschelte ich an meinen Kugelschreiber, an dem ich fortwährend herum kaute.

„Ihre Lieblingsmedizin?“

Keegan: Ich starrte sie an. Auf den Lippen wiederum Anzüglichkeiten. Aber ich riss mich so gut es ging zusammen. Ich konnte schlecht sagen: „Weit geöffnete Schenkel und ein weicher Schoss!“ Doch könnte ich, aber ausnahmsweise tat ich es eben nicht.

„Musik.“

Mein Oberkörper richtete sich auf und ich deutete mit dem Zeigefinger wieder auf sie, um meine weiterführende Antwort zu unterstreichen. Denn es gab ein gutes Ambivalent zu meinen ersten Gedanken.

„Oder ein saftiges Stück Fleisch!“

Nellie Blair: Sollte dieses Interview doch noch in halbwegs normale Bahnen lenken? Ein klein wenig hob ich meinen Blick und betrachtete mir mein Gegenüber etwas genauer. Im Grunde genommen war er ein wirklich bildschöner Mann, mit Haaren, da würde jede Frau neidisch werden. Nur wenn er den Mund aufmachte, verflog leider jegliche Art von Attraktivität.

„Etwas, wonach Sie süchtig sind?“

Mein Blick wanderte dabei automatisch zu der blonden Tänzerin, die des Räkelns nicht müde wurde.

Keegan: Mein Blick folgte mit einem Schmunzeln dem Ihrigen. Lavinia verstand etwas von ihrem Job. Aber es wusste ja auch kaum jemand wie lange sie das schon tat.

„Frauen schätze ich.“

Wobei ich da ja wählerisch war im nicht sehr wählerisch sein. Ich bevorzugte es, wenn ich bekam was ich wollte, ohne große Konversation. Ich stammte aus einer Zeit, in der das Vagabundentum weit verbreitet war und das streifte man nicht so mir nichts dir nichts ab. Keine Verpflichtungen, keine Sorgen.

Nellie Blair: “Frauen? Tatsächlich? Hätte ich so erstmal gar nicht vermutet.“, antwortete etwas sarkastisch, während ich weiterhin das Treiben der Tänzerin beobachtete.

„Ein Geruch aus Ihrer Kindheit?“

Keegan: „Ja, tatsächlich.“, erwiderte ich mit hochgezogenem Mundwinkel.

Missy war auch tatsächlich nicht mein Fall. Immerhin konnte sie Sarkasmus in zusammenhängenden Sätzen wiedergeben. Das ging gar nicht. Ihre nächste Frage aber ließ meinen dümmlichen Gesichtsausdruck verschwinden.

„Blut.“

Nellie Blair: Diese Antwort ließ nun so einiges auf sich schließen, aber wollte ich mir tatsächlich Gedanken um diesen ungehobelten Kerl machen? Dennoch, vielleicht steckte gerade darin der Grund für seine Art. Aber wer war ich denn, dass ich das ergründen wollte?

„Welches ist der Lieblingsplatz in Ihrer Wohnung?“

Keegan: Endlich eine Frage die mich dann doch ehrlich interessiert aufrichten und nach vorne beugen ließ. Der Glanz in meinen Augen galt nun nicht mehr Lacey sondern dem Thema.

„Mein eigenes Studio.“

Nellie Blair: Fragte sich nur was für eine Art Studio. Nein, ich musste das ganz schnell aus meinem Kopf verdrängen. Diese Bilder wurde man nur schwer bis gar nicht wieder los.

„Zwei Komplimente, die Sie oft hören?“

Keegan: Da war es auch schon wieder vorbei mit den interessanten Fragen. Das war wohl auch der Grund, warum ich leicht betrübt antwortete.

„Groß und ausdauernd.“

Nellie Blair: Und ich machte mir doch tatsächlich für einen kurzen Moment darüber Gedanken, warum der Geruch von Blut ihn an seine Kindheit erinnerte. Was war nur in mich gefahren.

„Welches bedeutet Ihnen mehr?“

Keegan: Wo blieben eigentlich solche Fragen wie: - Was bewog Sie dazu in den Krieg zu ziehen? -, - Wie gelangten Sie zu dieser übernatürlichen Stärke? -, - Wie viele Frauen nannten Sie Ihr Eigen? -  Oh ja, das war einst eine sehr begründete Frage, immerhin lebten unsere Frauen nicht lange genug um mit Ihnen ein Leben zu teilen.

„Die große Ausdauer.“, kombinierte ich einfach mit einem blasierten Lächeln, das nicht bis hin zu meinen Augen reichte.

Nellie Blair: Wenn Blondie das jetzt auch noch bestätigte, dann würde ich auf der Stelle meine Sachen packen und gehen. Scheiß was auf dieses Interview. Informativ war es ohnehin nicht wirklich. Zu meinem großen Bedauern sagte sie aber nichts dazu, sondern streckte mir stattdessen vollkommen schamlos ihren Hintern ins Gesicht.

„Sind Sie bei Ihren Arbeitskollegen beliebt?“

Keegan: Irgendwann musste ich dem Täubchen heimlich zugestehen, dass sie wirklich eine Engelsgeduld hatte. Männer wie auch Frauen hätten längst auf Lynn reagiert. Egal auf welche Weise. Beinahe hätte ich einen fast bewundernden Pfiff ausgestoßen. Aber auch wirklich nur beinahe, ich lenkte mich dann mit der Antwort ab.

„Ich bin selbstständig.“

Nellie Blair: “ Was können Sie aktuell am meisten gebrauchen: Ausdauer, Ruhe, Mut, Fantasie?“

…Ich für meine Teil eine gehörige Portion Ruhe…

Keegan: °…Ausdauer hab ich. Ruhe zurzeit auch.  Mut auf Jeden!...°

„Das wäre dann wohl Fantasie.“

Nellie Blair: Fast hätte ich den Absatz eines roten Highheels an die Schläfe bekommen. In letzter Sekunde konnte ich ausweichen und sah erbost zu der Tänzerin.

„Bist du gut versichert? Wenn nicht, solltest du aufpassen, wohin du deine Beine schwingst. Worin unterscheidet sich Ihr heutiger bester Freund von dem aus Ihrer Kindheit?“, fragte ich anschließend, ohne ihre Mordinstrumente aus den Augen zu lassen.

Keegan: Ich machte den Mund auf und wollte zu dieser Showeinlage einen Kommentar abgeben, in der Art von – Catfight !!!-, und das verflucht lautstark. Auch das ließ ich sein, stattdessen pfiff ich nun doch und schwang den Arm das Schätzchen anfeuernd. Dann musste ich erst Mal filtern, ob beide Fragen an mich gingen, dem Blick von Missy zufolge nur letztere. „Ich war mir selbst stets der beste Freund.“

Nellie Blair: °…Na das passt hervorragend zu dir, Egomane…°

„Wovon haben Sie überhaupt keine Ahnung?°

…Von Empathie!...

Keegan: Nun sah ich sie an, als hätte sie mich nach Odin höchst selbst befragt. Unwissende. Ich schnaubte nur, zog die Schultern zurück und hob eine Augenbraue. Ich war der Meinung da gab es Nichts, wenn ich auch ganz alleine dieser Meinung war, und deshalb ignorierte ich diese Frage arrogant wie ich war und schob stattdessen Lapdancerina einen Geldschein zu.

Nellie Blair: Erst grinste ich, dann räusperte ich mich. Machte dennoch nicht den geringsten Hehl daraus, es lustig zu finden, dass ich scheinbar voll ins Schwarze getroffen hatte.

„Keine Antwort ist auch eine Antwort. Was würden Sie gerne erlernen?“

Keegan: „Keine Antwort ist einfach keine Antwort, Täubchen.“, erwiderte ich vollkommen überzeugt. „Was ich erlernen wollte, hab ich auch erlernt.“

Nellie Blair: Bei ihm bekam man unumstößlich Mordgedanken.

„Eine Person, die Sie gern besser kennen lernen würden?“

Keegan: Mein stoischer Blick wanderte erst zu Liv, aber obwohl sie mich anstrahlte, wanderte mein Blick mit demselben Ausdruck zu Missy. Ich musterte sie, jedoch nur oberflächlich.

„Da gibt es niemanden.“

Nellie Blair: Irgendwie war mir das klar gewesen. Als Egomane war man ja auch den ganzen Tag damit beschäftigt, sich selbst immer wieder aufs Neue besser kennen zu lernen.

„ Eine Person, bei der Sie sich entschuldigen müssen?“

Keegan: Ich klappte den Mund auf und sofort wieder zu. Entschied mich aber nach kurzer Überlegung doch für die Wahrheit.

„Höchstwahrscheinlich oder allerhöchstens bei meiner Familie.“

…Wäre dies noch möglich…

Nellie Blair: Dass er eine große Enttäuschung für seine Eltern war, das konnte ich mir nun sehr gut vorstellen. So viele Entschuldigungen gab es gar nicht, um das wieder gut zu machen.

„Eine Person, der Sie vertrauen?“

Keegan: Alles was ich darauf für den Moment erwidern konnte, war ein freudloses Lachen, welches fast wie ein Bellen klang. Mit erhobenem Mundwinkel murmelte ich nur: „Es ist keiner mehr übrig, dem ich vertrauen könnte oder wollte.“

Nellie Blair: Es war keiner mehr übrig? Er klang, als wäre er weit über die achtzig Jahre und hätte mindestens zwei Weltkriege hinter sich und sämtliche Bekannte waren mittlerweile verstorben. Aber das Exemplar vor mir war höchstens etwas über dreißig, wenn überhaupt. Die können ja nun unmögliche alle urplötzlich verunfallt sein. Oder vielleicht doch? Nein, ich weigerte mich vehement auch nur das kleinste Interesse an diesem Typen zu zeigen. Ich würde meine restlichen Fragen runter rattern und dann hier so schnell wie möglich verschwinden. In der Hoffnung, diesen Sexisten nie wieder im Leben begegnen zu müssen.

„Eine Person, auf die Sie stolz sind?“

Keegan: Ihre nächste Frage dauerte ein wenig. Sie schien über meine Antwort nachzudenken. Vielleicht war ich auch einfach nur selbst davon eingenommen, denn ich rekapitulierte meine Antwort geistig nochmals. Ich bin ganz ohne Frage kein Mann der Worte, außer ich versuche ein Weib damit einzulullen. Ansonsten hätte ich Linguistik oder so etwas in der Art studieren müssen. Mit einem amüsierten Grunzen schüttelte ich den Kopf. So tief würde ich niemals sinken, dann lieber kryptisch antworten. Die Wahrheit würde das Täubchen so oder so nie erfahren.

„Nicht im Geringsten.“

Nellie Blair: Millerweile war ich an einem Punkt angelangt, wo ich wirklich rätselte, ob er zur Gattung Mensch oder doch eher Tier gehörte. Den Geräuschen nach zu urteilen ganz eindeutig Letzteres. Und währenddessen tanzte sich die Plastikdame einen Wolf.

„Eine Reise, die Sie verändert hat.“

Keegan: Genau jetzt gebe es wohl Antworten en masse. Welche sollte ich also geben, damit das Püppchen mich nicht wieder ansah, als wäre ich ein Alien. Wenn sie nur wüsste. Ich bin viel besser als das!

„Die Reise zu mir selbst. Die Reise ins Ich.“

…Na, das klingt doch richtig philosophisch!...

Ich klopfte mir in Gedanken auf die Schulter und war unglaublich stolz auf mich.

Nellie Blair: Jetzt unterdrückte ich wirklich das Lachen, dass mir wie auf Knopfdruck rausrutschte, mit einem Husten. Die Reise zu mir selbst? Was um alles in der Welt war denn nun auf einmal mit dem los? Wenn er tatsächlich eine derartige Reise vorgehabt hätte, dann war er auf halbem Wege elendig verreckt und kam am Ziel niemals an. Es waren nur noch vier winzige Fragen. Vier Fragen, die mich von der Freiheit trennten. Vier Fragen, die mich endlich was anderes sehen ließen, als ein nackter Frauenhintern.

„Welche Art Frau steht typischerweise auf Sie?“

…Die ganz dämlichen…

Keegan: "Alle, wenn ich mich bemühe.“, verkündete ich großspurig.

Nellie Blair: “Auf wen stehen Sie?“, fragte ich begleitend mit einem abfälligen Blick zu der Schlangenfrau auf dem Tisch.

Keegan: Mit einem breiten Grinsen folgte ich ihrem Blick und musterte beide Mädels.

„Willig ist willig, Täubchen.“

Nellie Blair: „Willig oder billig?“, rutschte mir prompt raus und erntete dafür einen bösen Blick der Tänzerin. Ich weigerte mich immens die nächste Frage zu stellen und spielte mit dem Gedanken sie einfach wegfallen zu lassen. Denn ich wollte nichts, aber auch überhaupt gar nichts über sein Sexleben wissen. Nicht Mal ein einziges Wort. Und dennoch, ich stellte die Frage, wenngleich auch widerwillig.

„Ein Wort, das Ihr Sexleben beschreibt.“

Keegan: „Das geht auch kompatibel, genauso wie klug und Trug.“, antwortete ich schon wieder etwas zufriedener.

„Ausgiebig, ausgedehnt, abwechslungsreich, befriedigend, bombastisch, cybermäßig. Ein Wort reicht nicht. Ich könnte das ganze Alphabet aufzählen.“

Nellie Blair: Und genau deswegen wollte ich diese Frage einfach nicht stellen. Ganz genau deswegen. Ich wusste von vornherein, dass er es nicht bei einem Wort belassen konnte. Wie ich ihn mittlerweile einschätzte, und dazu gehörte wahrlich keine große Menschenkenntnis, hätte er mir am liebsten ausgiebig aus seinem Sexleben berichtet. Und selbstverständlich wäre er in diesen Geschichten immer der ultimative Hengst gewesen.

„Danke, kein Bedarf.“, und hielt abwehrend die Hand nach oben.

„Die letzte Frage. Ist gerade die beste Zeit Ihres Lebens? Wenn ja, warum? Wenn nicht, ebenfalls warum?“

Keegan: Ich konnte mir ein tiefes Lachen nicht verkneifen. Bei Odin! Ob es interessant wäre dem Täubchen ihre Prüderie zu rauben? Wahrscheinlich. Aber die letzte Frage war gekommen und ich nahm an, dass sie vor mir flüchten würde, bis nach Wallhalla zu den eisernen Jungfern, wäre ihr das möglich.

„Da ich bestimmt noch eine ganze, lange Weile leben werde, kann ich das nicht beantworten. Wer weiß? Morgen treffe ich vielleicht meine Frau für's Leben.“

Das fand ich selbst so lustig, dass ich mir lachend auf mein Knie schlug. Diesen Witz sollte man in der Tageszeitung veröffentlichen. Ob dieses Interview bei einem Klatschblatt gedruckt werden würde? Auch wahrscheinlich. Ich erhob mich trotz meiner Größe anmutig und ergriff die Hüften von L. und stellte sie auf ihre Beine.

„Die ganze Fragerei hat mich hungrig und durstig gemacht. Los, hol mir ein saftiges Stück Fleisch und vom Met, Weib!“

Lamia stöckelte sofort ohne Widerworte los, und zum Dank schlug ich ihr nochmals auf ihren Prachtarsch. Dann näherte ich mich der Journalistin. Ein Wunder, denn sie war noch da. Ungehobelt oder in zu meiner Zeit eher das Gegenteil, nahm ich blitzschnell ihre Hand und drückte ihr mit einem geräuschvollen Schmatzer einen Kuss auf den Handrücken. Wetten sie würde mich am liebsten mit ihrem Kugelschreiber erstechen? Egal, das war es wert ihr Gesicht zu sehen.

„War mir eine Ehre, Miss Blair.“, meinte ich beinahe honigsüss-charmant und trat wieder einen Schritt zurück.

...HA! Staune...

Nellie Blair: Ich selbst hörte bei seiner letzten Antwort nur noch mit halbem Ohr hin. Das Diktiergerät übernahm meinen Job. Ein Hoch auf die Technik. Wenn ich mir zuhause das Ganze noch mal anhören musste, um es ins Schriftliche zu übertragen, würde ich noch genug den Würgereiz unterdrücken müssen. Für’s erste war ich bedient. Restlos. Auch sein Theater reifer Auftritt am Ende konnte das Fiasko hier nicht mehr ändern. Unbemerkt wischte ich mir den Handrücken an meinem Rock ab und sah der Tänzerin leicht angewidert hinterher, als sie auf seine Forderung hin los stöckelte, um ihm weitere Wünsche zu erfüllen. Was musste im Leben eigentlich schief gelaufen sein, um so weit zu sinken? Vielleicht sollte ich darüber mal einen Artikel schreiben.

„War mir eine Pflicht, Mister Owen.“, antwortete ich trocken, packte meine sieben Sachen zusammen und ließ ihn einfach so stehen.

Beim Verlassen des Clubs kam ich notgedrungen noch einmal an dem Besitzer vorbei, der noch irgendwas Anzügliches vor sich hin brabbelte, worauf ich mich gezwungen sah, ihm galant den Mittelfinger zu präsentieren. Und bei meinem Chef würde ich erstmal mindestens eine Woche Urlaub beantragen, bevor ich mich in das nächste Interview stürzte.
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